IE7Pro - Add-On für Internet Explorer

Für die Version 7 des umstrittenen User-Agents Internet Explorer von Microsoft gibt es ein Add-On, das den Browser um einige Funktionen erweitert. Zu den erst seit IE7 eingeführten Tabs erhält der Anwender durch IE7Pro, das nicht von Microsoft vertrieben wird, eine zusätzliche Tab-Verwaltung. Das kostenlose Add-On IE7Pro bietet

  • Werbefilter,
  • Flash-Filter,
  • Wiederherstellung von Seiten und Tabs nach Absturz,
  • schneller Proxy-Wechsel,
  • im Tab-Verlauf blättern,
  • Netzbeschleuniger,
  • User-Agent (Browseridentifizierung) wechseln,
  • Webseiten fotografieren,
  • Verwendung von Benutzerskripten (ähnlich Greasmonkey),
  • eigene Plug-Ins einbinden,
  • Super Drag’n'Drop,
  • Mausgesten

und weitere Funktionen, die man nützlich finden kann oder auch nicht. Der Browser wird jedenfalls um viele Möglichkeiten ergänzt, die Benutzer von Firefox oder Opera schon länger kennen. Favorisierte Webseiten lassen sich mit IE7Pro nach dem Geschmack des Benutzers anpassen und verwenden.

IE7Pro - Add-On für Internet Explorer

Damit IE7Pro genutzt werden kann, müssen folgende Systemanforderungen gegeben sein:

  1. 64 MB RAM
  2. 6 MB Platz auf der Festplatte
  3. Betriebssystem: Microsoft Windows NT / 2000 / XP / 2003 oder Vista
  4. Internet Explorer 6.0/7.0 und höher

In der am 2. Januar 2008 veröffentlichten Version IE7Pro 2.0 wurden noch Shortcuts (Hotkeys) und die Google-Suche integriert. Den kostenlosen Download und weitere Informationen findet man auf der Anbieterseite. Dieses Add-On für den IE7 unterstützt auch die deutsche Sprache. Ich habe mich natürlich auch gewundert, warum das verlinkte Bild eine Darstellung mit dem dem Schriftzug IEpro enthält, obwohl es IEPro heißen müsste. Es hat wohl markenrechtliche und ähnliche Gründe.

Erst Flash - dann Crash: Wenn Screendesign zur Waffe wird

Flackernde GIF-Grafiken und schnell bewegte Animationen können lebensbedrohliche Anfälle auslösen

Die 17jährige Stefanie ist eine begeisterte Internetnutzerin. Mit ihren Freundinnen trifft sie sich häufig in einschlägigen Communities, um im Chat zu plaudern und um Gleichgesinnte im Netz kennen zu lernen. Hier gibt es auch die Möglichkeit, eine eigene Mitgliedsseite aus vorgefertigten Designs zusammen zu klicken. Das macht Spaß und bietet Raum für Selbstdarstellung. Je bunter und ausgeflippter die Mitgliederseiten gestaltet werden, desto größer scheint die Aussicht auf ein positives Voting und damit die Akzeptanz in der Clique.

Bei feurig-flackernden Herzen und rosa Prinzesschen, die wie unter einer Diskokugel ihre Pixel in schneller Folge ändern, denkt niemand an Böses. Dass diese glitzernden und blitzenden Animationen - meist Grafiken im GIF-Format oder Flashfilme - ein hohes Gefahrenpotential darstellen, wusste Stefanie nicht. Bis eine Freundin, der sie ihre Webseite vorführte, plötzlich die Augen verdrehte und zusammenbrach. Sie hatte einen epileptischen Anfall, der durch das Blitzen auf dem Bildschirm ausgelöst wurde.

Fotoepilepsie

Die fotogene Epilepsie ist eine Epilepsie, deren Anfälle ausschließlich durch bestimmte auslösende Reize (z.B. Geräusche, Lichtimpulse, Bewegungen) ausgelöst werden. Sie zählt daher zur Reflexepilepsie mit ausschließlich durch optische bzw. visuelle Reize ausgelösten Anfällen. Betroffene vertragen keine künstlichen Lichtblitze und Lichter, die sich schnell bewegen.

Die meisten Webinhalte sind nicht gefährlich für Menschen, die wegen ihrer Sensibilität gegenüber schnell bewegten Bildern, Flash-Animationen oder blinkenden, grellen Farben und Kontrasten zu Anfällen neigen. Doch immer noch gibt es Webautoren, die wider besseren Wissens oder aufgrund ihrer fehlenden Kompetenz bei der Erstellung ihrer Projekte unschöne Nebenwirkungen mit ihrem “Design” transportieren.

Auch Werbebanner und andere grafische Anzeigen mit flackrnden und wechselnden Inhalten oder Stroboskop-Effekten sollten hinsichtlich der Benutzbarkeit und Zugänglichkeit vermieden werden. Es ist gutem Web nicht zuträglich, seine Benutzer mit aufdringlichen Effekten von der aktiven Nutzung eines Webangebotes gewaltsam fern zu halten. Vielleicht auch deshalb finden animierte GIF-Bilder und ähnliche veraltete Techniken immer weniger Verwendung auf modernen Internetseiten, die professionell und kompetent umgesetzt werden.

Aufmerksamkeit eingeschränkt - Webseite weggeklickt

Nicht nur Menschen mit Epilepsie werden durch mangelhafte Planung und Umsetzung von Webprojekten Barrieren gesetzt, auch die immer größer werdende Zahl von älteren Nutzern des Internet wird hierdurch ausgegrenzt. Vor allem Internetnutzer, die sich nur für kurze Zeit konzentrieren können und leicht ablenkbar sind, haben in solchen Fällen das Nachsehen - sie sind von der Nutzung und Mitgestaltung der Information ausgesperrt. Studien belegen zudem, dass Angebote, deren Nutzung derartige Barrieren aufweisen, schneller weggeklickt werden.

Betroffene von ADD (im Deutschen auch mit ADHS/ADS bezeichnet), also Menschen mit einer Aufmerksamkeits-Störung benötigen eine klare und schnell erfassbare Struktur beim Nutzen von Inhalten im Web. Lange Texte, viele Bilder und Impulse wie wechselnde Farben, Hintergründe und Schriftgrößen z.B. beim Fokussieren von Links stellen hier eine deutliche Barriere dar und sorgen dafür, dass die Betroffenen die Information nicht aufnehmen und verarbeiten können.

Auch die Klarheit der Sprache und die Vermeidung von langen Sätzen ermöglicht größeren Benutzergruppen den Zugang und die Teilhabe am Web. Eine Übersicht mit Inhalten der Webseite (Sitemap) erleichtert das Zurechtfinden bei umfangreichen Projekten - die Suchmaske wie sie in vielen Blogs vorhanden ist - wird von älteren Besuchern meist nicht genutzt.

Weiterführende Information

Ein ähnlicher Artikel zu diesem Thema findet sich bei: WebAIM - Seizure Disorders (in englischer Sprache)